Egal ob Horn, Klarinette, Gitarre, Klavier oder Singen – Musik fördert die mentale Gesundheit von Kindern enorm. Sie verändert die Aktivität im Gehirn und setzt Endorphine frei, das sogenannte Glückshormon. Musik gegen Angst und Stress hilft Kindern also, ihre mentale Gesundheit zu stärken. Wenn Kinder selbst ein Instrument spielen, entstehen noch weitere positive Effekte.
Die meisten von uns haben an bestimmten Punkten in ihrem Leben mit schwierigen Umständen zu kämpfen. Für ein Kind kann das Auswirkungen auf sein Wohlergehen haben und das Selbstwertgefühl schädigen.
Prüfungen, Tests, Peer Pressure und Social Media sind allzu oft Ursache von Stress, Angst und Depressionen – und das in einer Zeit des Lebens, die glücklich und sorgenfrei sein sollte.
Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass das Spielen eines Musikinstruments Kindern dabei helfen kann, Angstgefühle abzubauen, ihre Emotionen besser zu kontrollieren und ihre Aufmerksamkeitsspanne zu erhöhen.
Die größte Studie dieser Art hat einen Zusammenhang zwischen musikalischer Ausbildung und Gehirnentwicklung aufgezeigt. Die im Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry veröffentlichte Studie analysierte Gehirnscans von 232 Kindern im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die Forscher fanden Belege dafür, dass das Spielen von Musik die verhaltensregulierenden und motorischen Bereiche des Gehirns verändert.
Frühere Studien hatten bereits eine Korrelation zwischen der Verdickung und Verdünnung bestimmter Bereiche der Großhirnrinde und psychischen Problemen bei Kindern wie Angstgefühlen, Depression und Aufmerksamkeitsdefiziten gezeigt.
Im Rahmen dieser neuen Untersuchung wurde festgestellt, dass das Üben von Musik die Dicke des Bereichs der Großhirnrinde beeinflusst, der mit „exekutiven Funktionen, einschließlich Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeitskontrolle sowie Organisation und Planung für die Zukunft“ verbunden ist.
Die Studie stützt den Ansatz des Vermont Family Network, ein Modell, das von Dr. James Hudziak, Professor für Psychiatrie an der University of Vermont und Hauptautor der aktuellen Untersuchung, entwickelt wurde. Dr. Hudziak sagt dazu: „Musik ist ein kritischer Bestandteil meines Modells“. Er hat außerdem die Hypothese aufgestellt, dass eine Geige wirksamer sein könnte als Medikamente, um einem Kind mit psychischer Störung zu helfen.
Die Autoren der Studie schreiben: „[diese] Statistiken unterstreichen, wenn sie im Kontext unserer aktuellen Ergebnisse aus der neurologischen Bildgebung betrachtet werden, wie wichtig es ist, neue und innovative Möglichkeiten zu finden, musikalische Ausbildung für junge Menschen ab dem Kindesalter allgemein verfügbar zu machen.“
"Musik und Kunst sind die Grundlage für erfolgreiche Bildung"
„Musik und Kunst sind die Grundlage für erfolgreiche Bildung“, sagt Naveed Idrees, Lehrerin an der Feversham Primary Academy in Bradford. Obwohl die Feversham Primary Academy vor kurzem noch als eine der am schlechtesten bewerteten Schulen Großbritanniens galt, gehören ihre ältesten Schüler nun beim Lernfortschritt in Englisch und Mathematik zu den Top 2 % des Landes. Eine Voraussetzung dafür war es, musikalische Aktivitäten als wesentlichen Bestandteil im Wochenplan der Kinder zu verankern – mit 3 bis 8 Stunden Musikunterricht pro Woche und zusätzlichen Kursen als Wahlangebot.
Sehen Sie sich diesen Nachrichtenbericht der BBC an, um mehr zu erfahren: https://www.bbc.co.uk/programmes/p06md8jj
MAN IST NIE ZU JUNG, UM ANZUFANGEN
Untersuchungen zeigen starke Verbindungen zwischen Rhythmus- und Vorlesekompetenzen bei Kleinkindern. Musik fördert die Feinmotorik, die Fähigkeit zu kleinen, genauen Muskelbewegungen für das Schreiben, Verwenden des Computers oder andere körperliche Aufgaben.
SELBSTVERTRAUEN
Das Spielen eines Instruments kann Kindern helfen, die Probleme mit dem Selbstvertrauen haben. Ganz allgemein kann man sagen, dass ein Kind, das die Erfahrung gemacht hat, dass es etwas gut machen kann – zum Beispiel, wenn es lernt, Klavier zu spielen – sich auch in anderen Bereichen seines Lebens selbstsicherer fühlen wird.
ZUHÖREN
Die täglichen Zuhörfähigkeiten sind bei musikalisch ausgebildeten Kindern normalerweise stärker als bei Kindern ohne musikalische Ausbildung. Studien zeigen, dass Musik das Gehirn verändert und dass sich diese Veränderungen des Gehirns konkret auf die Zuhörfähigkeiten, das Lernen und die Kognition auswirken.
GEDULD
Musiklehrer glauben, dass Musik Geduld vermitteln kann. Auch in der heutigen Welt der sofortigen Gratifikation lässt sich ein Instrument nicht über Nacht lernen. Es ist die tägliche Anstrengung des tagtäglichen Übens, die es einem Musiker ermöglicht, besser zu werden und sich weiterzuentwickeln. Das wiederum fördert die Geduld. Die meisten Musiker benötigen jahrelange regelmäßige Übung, die die tägliche musikalische Betätigung und die Bewältigung zunehmend schwieriger werdender Musikstücke umfasst, was ihnen wiederum hilft, die Tugend der Geduld zu lernen.
ERFOLG
Das Spielen eines Musikinstruments gibt uns allen – vor allem aber Kindern – ein immenses Erfolgserlebnis. Studien haben gezeigt, dass Musikunterricht den Verlauf der Gehirnentwicklung verändern und den Erfolg von Kindern bei anderen, nicht musikalischen Aufgaben beeinflussen kann. Umfangreiche Forschungsarbeiten in diesem Bereich zeigen eine starke Korrelation zwischen Kindern, die lernen, ein Musikinstrument zu spielen, und solchen, die höhere akademische Grade erreichen.
GEDÄCHTNIS
Beim Spielen eines Musikinstruments werden beide Teile des Gehirns genutzt, was wiederum die Gedächtnisleistung steigert. Die Teilhabe an Musik im frühen Alter kann dazu beitragen, die Lernfähigkeit und das Gedächtnis eines Kindes zu verbessern, indem verschiedene Muster der Gehirnentwicklung stimuliert werden. Musikalische Ausbildung wird auch mit einem höheren IQ-Niveau und der physischen Entwicklung bestimmter Gehirnbereiche in Verbindung gebracht.
EINE BERUHIGENDE KRAFT
„Musik beruhigt. Und wenn sie ruhig sind, können sich Kinder mit ADHS besser konzentrieren und mehr Aufmerksamkeit auf ihre Aktivitäten richten“, sagt Mechelle Chestnut, MA, eine Musiktherapeutin, die in den öffentlichen Schulen in New Jersey arbeitet.
„Musik ist ein uraltes Heilmittel und funktioniert hervorragend für Kinder mit ADHS“, so Doris Jeanette, Psychologin in Philadelphia. „Musik reduziert die Angstgefühle, die Sie in Ihrem Körper haben, und wenn Sie über Kinder mit ADHS-Symptomen sprechen, leben diese mit sehr vielen Angstgefühlen.“

